Sportliche Aktivitäten

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Ein Blick in andere Lebenswelten

Tim Scheiden und seine Sportler bei den Bethel Athletics 2010
Tim Scheiden und seine Sportler bei den Bethel Athletics 2010

Ob Zivildienst, Berufsvorbereitendes Soziales Jahr oder Praktikum – immer mehr junge Menschen arbeiten eine begrenzte Zeit in einer sozialen Einrichtung – mit unterschiedlichen Zielen, aber immer mit Gewinn.

Nach der Schule endlich etwas Praktisches tun, ausprobieren, ob man sich für einen sozialen Beruf eignet, Wartezeit überbrücken – es gibt viele Gründe für ein Praktikum in einer sozialen Einrichtung. Eines haben die meisten Schulabgänger aber  gemeinsam: Interesse an Menschen.

Man wächst mit den Aufgaben
In den Hannoverschen Werkstätten arbeiten 30 bis 40 junge Menschen pro Jahr mit Menschen mit Behinderungen. „Bei uns gibt es viele Möglichkeiten neue Erfahrungen zu sammeln. Da ist in der Regel für jeden etwas dabei“, weiß Martin Brinkmann, Pädagogischer Leiter der Werkstätten. „Die jungen Freiwilligen fühlen sich bei uns wohl, weil sie als echte Kollegen aufgenommen werden. Sie arbeiten sehr selbständig, übernehmen Verantwortung und schauen nicht nur zu. Natürlich werden sie von Fachkräften unterstützt und erhalten eine Vergütung für ihre Arbeit.“

Echter Werkstattalltag lässt sich beispielsweise in der Gastronomie oder Wäscherei erleben. Hier arbeiten Zivildienstleistende Hand in Hand mit Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen. Es wird ordentlich geschuftet, denn Kindergärten und Schulen warten täglich auf ihr Mittagessen, Firmen und Privatkunden auf saubere Wäsche. So mancher Zivildienstleistende ist erst einmal beeindruckt von der Arbeit, die in Werkstätten täglich geleistet wird. Auch bei den Gärtnern, in der Holzwerkstatt oder im Textilbereich - überall ist von den Praktikanten neben Einfühlungsvermögen und organisatorischen Fähigkeiten auch handwerkliches Geschick gefragt.

Vielfältige Tätigkeiten
Anleiten und qualifizieren steht im Berufsbildungsbereich und in den Personalverstärkten Gruppen im Vordergrund. Auszubildende der Ergotherapie oder Heilerziehungspflege absolvieren hier oft ihre Pflichtpraktika. Ihre Aufgabe ist es, in enger Zusammenarbeit mit den Fachkräften die individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der Werkstattmitarbeiter zu entwickeln. Dabei können die Praktikanten eigene Ideen und Vorstellungen mit einbringen.

Und manchmal verbinden Praktikanten sogar ihre persönlichen Hobbies mir der Zeit in der Werkstatt. So wie Tim Scheiden, der als begeisterter Freizeitsportler die 12 Monate seines Berufsvorbereitenden Jahres im Sportbereich der Hannoverschen Werkstätten verbrachte. „Wir haben Schwimm- und Sportfeste vorbereitet und die Sportler zu Turnieren begleitet. Auch das tägliche Training und die Sportkurse, von der Rückenschule bis zum Fußball gehörten dazu.“ Der Abschied in wenigen Tagen fällt Tim nicht leicht. „Die Menschen hier können sich viel mehr freuen, auch über Kleinigkeiten.“ Tim würde sein Berufsvorbereitendes Jahr jederzeit weiterempfehlen. „Auch wenn es zeitweise sehr viel zu tun gab: Man bekommt einfach einen Einblick in andere Lebenswelten.“

Info und Kontakt:

Martin Brinkmann
Tel. (0511) 5305-400 
martin.brinkmann @ hw-hannover.de

Fakten zum Berufsvorbereitenden Sozialen Jahr (BSJ) und zum Zivildienst finden Sie hier.