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Frederik Jahr, Schwimmen

Frederic Jahr ist der heimliche Star im Schwimmteam der Hannoverschen Werkstätten. 24 Jahre jung, hat er schon fast alles an Medaillen geholt, was zu holen ist – in Niedersachsen, Deutschland und Europa. „Nur bei den World Games war ich noch nicht.“ Ein Ziel, das für den jungen Schwimmer aber durchaus erreichbar scheint.

Bei all dem Erfolg bleibt Frederik stets ruhig, bescheiden und höflich. Über seine Erfolge kann er sich aber immer riesig freuen. So zum Beispiel über die Goldmedaille bei den Special Olympics European Games in Antwerpen 2014. Zusammen mit der Fußballmannschaft der Hannoverschen Werkstätten reiste er nach Belgien. Bei der Rückkehr wurden alle gemeinsam von Regionspräsident Hauke Jagau persönlich empfangen, der hatte die Reise auch finanziell unterstützt. „Wir waren echte Vertreter der Region Hannover. Darauf sind wir stolz.“

Der Alltag von Frederic findet in der Schlosserei der Hannoverschen Werkstätten statt. Für sein Schwimmtraining wird er freigestellt, privat schwimmt er zusätzlich bei der DLRG Wunstorf. Regelmäßiges Training ist eine Voraussetzung für die Teilnahme an Special Olympics Wettbewerben.

2011 schwamm Frederic erstmals bei den Special Olympics Landesmeisterschaften in Hannover, 2013 in Hamburg. 2012 ging es dann zu den Nationalen Spielen nach München und 2014 zur Europameisterschaft in Antwerpen. Im vergangenen Jahr schwamm Frederic dann wieder beim Schwimmfest im Hannoverschen Stadionbad. Bei allen Meisterschaften holte der athletische Wunstorfer Gold. Das ist natürlich auch sein Ziel für die anstehenden Sommerspiele. In seinen Lieblings-Disziplinen 50m Rücken und 50m Freistil dürfte er es seinen Gegnern nicht leicht machen.

Martina Rettig, Tischtennis

Sie lacht viel und sie ist eine Kämpferin. Mit ihrer optimistischen, aber hartnäckigen Grundhaltung bringt Martina beste Voraussetzungen für ruhige Nerven bei den Wettkämpfen mit. Einmal pro Woche steht die 35-jährige bei den Hannoverschen Werkstätten an der Platte und trainiert Technik und Reaktionsvermögen beim Tischtennis.

Das Spiel mit dem kleinen Ball hat Martina schon als Kind in der Familie kennen gelernt. Bei den Hannoverschen Werkstätten begann sie dann gezielt für Wettkämpfe zu trainieren. Zweimal ist sie schon zu den Landeswettbewerben ins thüringische Friedrichroda gereist, einmal in Hannover angetreten. Bislang hat sie zweimal den dritten Platz erreicht. „Gold bei den Nationalen Spielen wäre toll, aber Silber ist auch schön“, findet Martina realistisch. Und wenn es zu keiner Medaille reicht, ist das auch nicht schlimm: „Nie aufgeben, weiter kämpfen“, ist Martinas Motto. An Special Olympics gefällt ihr darum besonders, dass jeder geehrt wird, egal welchen Platz er macht und dass es Publikum gibt, das die Spieler anfeuert.

Martina arbeitet im Post- und Pressevertrieb der Hannoverschen Werkstätten. Privat ist sie vielseitig interessiert. Neben Spaziergängen und Funktionstraining ist es der Hannoveranerin wichtig, sich weiter zu bilden. Martina liest gern und arbeitet seit vielen Jahren in der Zeitungsredaktion der Werkstätten mit.

Meikel Mauke, Fußball

Fußball ist sein Leben. Im Fußball haben Meikel Mauke und seine Mannschaft schon oft gemeinsam gekämpft, gelitten und gejubelt. Seit fast 8 Jahren spielt Meikel in der Fußballmannschaft der Hannoverschen Werkstätten. „Wir sind ein super Team, wir haben zusammen Spaß und darum läuft es bei uns auch gut.“

Der Teamgeist ist für den 27-jährigen Abwehrspieler das Erfolgsrezept der Mannschaft und daran sollten auch die Profis von Hannover 96 arbeiten, rät er. Mit seinen Kollegen von der HW hat Meikel einen sensationellen Aufstieg der Mannschaft hinter sich. 2012-2015 viermal in Folge Meister beim BFLN-Hallen-Masters. 2011 und 2015 Niedersachsenmeister. Zahlreiche Goldmedaillen bei Landesspielen und Nationalen Spielen von Special Olympics. Zweimal der vierte Platz bei der Deutschen Fußball-Meisterschaft der Werkstätten. Und schließlich als Höhepunkt die Teilnahme bei den European Summer Games 2014 in Antwerpen. Den 4. Platz gab es da für die HW-Kicker, sowie den Fairplay Pokal.

Zweimal die Woche trainiert Meikel Mauke mit seinen Mitspielern auf dem Fußballplatz. In seiner Freizeit hält er sich fit durch Fahrrad fahren oder Joggen am Maschsee. Mit dem Fahrrad fährt er auch häufig zu seiner Arbeitsstätte, der Hausreinigung in Hannover Döhren. Auch im Arbeitsalltag gibt sich der freundliche Hannoveraner als Teamplayer. „Wir arbeiten gut zusammen und dann macht auch die Arbeit Spaß.“ Nebenbei vertritt Meikel als Werkstattrat auch noch die Interessen seiner Kollegen und hat ein Auge auf die Arbeitssicherheit in der Werkstatt.

Für die Nationalen Spiele erhofft sich Meikel natürlich wieder Gold für seine Mannschaft. Selbstverständlich nimmt er das aber nicht. Im Frühjahr hatten die HW-Kicker erstmals einen ordentlichen Dämpfer erhalten, als der Hallenmaster-Titel 2016 verschenkt wurde. „Da hatten wir einfach zu wenig trainiert.“ Noch bleibt genug Zeit, um fit für die Spiele in Hannover zu werden.

Michael Mohns, Boccia

Für Michael Mohns sind es die ersten Spiele von Special Olympics überhaupt, die er miterleben wird. Und darum freut er sich besonders. „Und dann gleich Nationale Spiele, das wird schon aufregend“, freut sich der 52-jährige Bocciaspieler, der sonst ein eher ruhiges Lebens führt.

Lebensmittelpunkt sind für Michael Mohns seine Frau und sein Sohn, dann kommt gleich die Arbeit. In den Hannoverschen Werkstätten ist er im Recyclingbereich tätig. Seine Aufgabe ist das fachgerechte Zerlegen von Elektroschrott. Er ist zufrieden mit seiner Arbeit. „Ich kann ja auch nicht alles machen, weil ich nur einen Arm einsetzen kann. Wenn mir bei der Demontage mal was runterfällt, ist das nicht so schlimm.“

Aus dem gleichen Grund war Boccia auch genau die richtige Sportart für ihn. Einmal pro Woche trainiert Michael Mohns bei den Hannoverschen Werkstätten. „Das ist mein Ausgleich und man kommt mal mit anderen Menschen zusammen.“

Jetzt ist der sonst so ruhige und ausgeglichene Mann schon sehr gespannt was auf ihn zukommt. Kollege Frederic Jahr aus der Metallwerkstatt nebenan hat ihm schon viel erzählt, denn der ist ein „alter Hase“ was Special Olympics angeht. „Gold muss es schon sein“, findet Michael. Schließlich ist er als Hannoveraner ja im Heimvorteil.

Rolf Fritz, Leichtathletik

Rolf Fritz gehört mit seinen 54 Jahren nicht zu den jüngsten Special Olympics-Athleten. Das tut seinem Bewegungsdrang aber keinen Abbruch, denn Rolf Fritz gibt sich mit einer Sportart nicht zufrieden. Sowohl im Schwimmen, als auch in der Leichtathletik ist er schon für Special Olympics angetreten, für die Nationalen Spiele in Hannover hat er sich für Leichtathletik entschieden.

Zweimal pro Woche trainiert Rolf Fritz bei den Hannoverschen Werkstätten. Der Sport hat in seinem Leben einen großen Stellenwert. „Ich will gesund und fit bleiben und das möglichst lange“ beteuert er lebhaft, „und es macht einfach Spaß.“

Weitsprung, 75 und 100m-Lauf sowie Staffellauf sind die Disziplinen in denen Rolf Fritz im Juni antritt. Besonders die Übergabe des Staffelstabs will gut geübt sein, Rolf hat seit seiner Geburt eine Sehbehinderung. „Ich sehe auf einem Auge 20%, auf dem anderen bin ich blind. Meistens klappt die Übergabe trotzdem.“ 

Wie viele Medaillen er schon bei Special Olympics gewonnen hat, weiß Rolf Fritz nicht mehr. Bremen, Berlin, München und natürlich Hannover, überall war er dabei. Seine letzten Erfolge feierte er beim Schwimmfest 2015 im Stadionbad Hannover und bei den Special Olympics Landesspielen im letzten Jahr, wo er in der Leichtathletik antrat. Besonders beeindruckt haben ihn aber die Spiele auf dem Olympiagelände in München. „Dass wir in denselben Sportanlagen antraten, wo 1972 die ganzen Olympiasieger ihre Medaillen holten, das war schon eine Ehre.“

Besonders schätzt Rolf Fritz an Special Olympics, dass ihm die Wettbewerbe Gelegenheit zum Reisen bieten. Denn Rolf hat ein weiteres Hobby: „Ich fahre gerne U-Bahn in fremden Städten.“ Insofern ist die Freude von Rolf Fritz, dass die Nationalen Spiele in diesem Jahr in Hannover stattfinden, nicht ganz ungetrübt.

Sylvia Löscher, Schwimmen

Langeweile ist im Leben von Sylvia Löscher unbekannt, die quirlige 35-Jährige ist immer auf Trab. „Ich habe Freude an Bewegung“ sagt die fröhliche junge Frau von sich selbst. Basketball, Fahrrad und Inliner fahren sowie Besuche im Fitnesscenter bestimmen ihre Freizeit. Dazu kommen lange Spaziergänge mit Hund Murphy.

Für die Hannoverschen Werkstätten tritt Sylvia als Schwimmerin an. Einmal pro Woche fährt sie mit ihrer Trainerin und den Mannschaftskollegen ins Anderter Bad. Dort wird sowohl Ausdauer, als auch Geschwindigkeit trainiert. 6 Goldmedaillen, 1 mal Silber und 1 mal Bronze sind das greifbare Resultat dieses Durchhaltewillens, errungen bei den Schwimmfesten in Hamburg und Hannover, sowie bei den vergangenen Niedersächsischen Landesspielen. Die Nationalen Spiele in Hannover werden Sylvias erster bundesweiter Wettbewerb sein. „Ich will gewinnen“, so Sylvia Löschers selbstbewusstes Ziel, aber auf das Gemeinschaftsgefühl unter den Athleten freut sie sich auch schon.

Sylvia Löscher ist ein Mensch, der sich für andere einsetzt. Zwei Jahre hat sie sich im Berufsbildungsbereich als Sprecherin um die Sorgen ihrer Kollegen gekümmert. Im letzten Jahr hat sie erfolgreich eine Ausbildung als DLRG Rettungsschwimmerin absolviert. Dabei hat Sylvia gelernt, was zu tun ist, wenn jemand im Wasser in Not gerät.

Sollte es nichts werden mit der Goldmedaille, dann wird Sylvia zuhause getröstet: ihr Mann und ihr Hund Murphy sind auf jeden Fall stolz auf sie. Jetzt drücken sie ihr erst einmal die Daumen, gemeinsam mit Sylvias Kollegen aus der Holzwerkstatt der Hannoverschen Werkstätten.

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