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Hoher Besuch im Büro für Leichte Sprache

Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender und Prof. Dr. Rose-marie Kerkow-Weil lauschen gespannt den Ausführungen von Leichte Sprache Übersetzer Andreas Finken und Büroleiterin Gabriele Behrens
Übersetzer Andreas Finken erläutert die Leichte Sprache: Büroleiterin Gabriele Behrens, Geschäftsführerin Vera Neugebauer und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hören interessiert zu
Exklusivinterview mit der Mediengruppe der Hannoverschen Werkstätten: Werkstattmitarbeiter und Radioreporter Sebastian Poerschke liest die Fragen per Brailleschrift vor; Medienpädagoge leistet technische Unterstützung
 

Am 07.06.2017 besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Hannoversche Werkstätten gem. GmbH in Rethen. Als jüngste, selbsterrichtete Einrichtung wurde das Dienstleistungszentrum 2009 in Rethen eröffnet. Neben Angeboten wie einer eigenen Bäckerei, Fleischerei und Wäscherei befindet sich dort seit sechs Jahren das Büro für Leichte Sprache.  

Gesetzestexte, Behördenbriefe und auch Verträge – all das ist für Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten, Migrationshintergrund und auch Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen schwer bis gar nicht verständlich. Oft treten Verständnisprobleme schon beim alltäglichen Lesen der Zeitung auf. Um Texte zu erläutern, wurde die Leichte Sprache entwickelt. Im Gegensatz zu Übersetzungsarbeiten von einer Sprache in die andere durchläuft die Übersetzung in die Leichte Sprache ein längeres Prozedere. Rund 50 Regeln müssen die Übersetzer der Hannoversche Werkstätten gem. GmbH beachten. Diese umfassen unter anderem, dass Fremdwörter erläutert und Konjunktiv und Genitiv vermieden werden.

Eine Übersetzung in die Leichte Sprache soll die wesentlichen Inhalte des Ausgangstextes für jeden verständlich wiedergeben. Der Auftraggeber  entscheidet, ob die übersetzten Inhalte auch die für ihn wichtigsten Aspekte umfassen. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher  Austausch zwischen dem Büro und den jeweiligen Kunden.
Die derzeit 14 dort beschäftigten Werkstattmitarbeitenden arbeiten als Übersetzer oder Prüfer. Sobald die Übersetzung abgeschlossen ist, kontrollieren die Prüfer den Text auf Verständlichkeit. Dadurch, dass die Beschäftigten selber Menschen mit Beeinträchtigungen sind, garantieren sie ein bestmögliches Verständnis der Texte in Leichter Sprache.  

Die Reise des Bundespräsidenten findet unter dem Oberbegriff „Demokratie“ statt. Andreas Finken vertrat die Werkstattmitarbeitenden im Gespräch mit Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Stephan Weil. Finken ist sowohl als Übersetzer wie auch als Prüfer tätig. „Demokratie bedeutet für mich, dass jeder Mensch die Wahlmöglichkeit hat, ob er einen Text in leichter oder schwerer Sprache lesen möchte. Leichte Sprache heißt nicht, dass man zu Kindern spricht. Sie richtet sich an Erwachsene mit Verständnisschwierigkeiten und diese Zielgruppe sollte auch als erwachsen wahrgenommen und angesprochen werden.“

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